Australien Tiere

Australien Tiere

Australien: Paradies für giftige Tiere
 
Die Küsten von Queensland in Australien sind ein tropisches Bade- und Tauchparadies, ein Mekka für den Tourismus. Doch ausgerechnet hier leben die giftigsten Tiere der Welt: Seeschlangen, Würfelquallen, Kegelschnecken und der kaum daumengroße Blauring-Krake. Für Urlauber in den warmen Fluten der Korallensee sind sie eine tödliche Bedrohung.

 

Würfelquallen: filigran und tödlich

Inzwischen locken die Gifttiere auch mehr und mehr Wissenschaftler an die Traum- bzw. Alptraumstrände: Dr. Jamie Seymour zum Beispiel hat sich der Erforschung der Würfelqualle verschrieben, die erst in den 50er Jahren entdeckt wurde. Aus Sicherheitsgründen beschäftigt sich Seymour vor allem in einem Schwimmbecken mit den gefährlichen Forschungsobjekten. 
  

Die Seewespe, die zur Gattung der Würfelquallen gehört, ist das giftigste im Meer lebende Tier. Ihre langen Tentakeln sind mit giftigen, mit Stacheln und Widerhaken versehenen Nesselkapseln besetzt. Bei Kontakt platzen sie auf und injizieren das Gift in die Haut. Das durchscheinende, im trüben Wasser fast unsichtbare Tier erzeugt so schmerzhafte Verbrennungen, dass allein der Schock zum Tode führen kann.

 

Forschung: Medikamente aus Schlangengift

Der Wissenschaftler Bryan Fry geht im Great Barrier Reef auf Schlangenfang: Er sammelt die giftigsten Seeschlangen der Region, um ihnen Giftproben zu entnehmen. Wie viele andere Forscher hofft auch er, dadurch neuen Medikamenten auf die Spur zu kommen. Gesucht werden unter anderem Gegengifte, die wirksamer und verträglicher sind als die heute gebräuchlichen, sowie neue Schmerzmittel. 
  
Die Plattschwanz-Seeschlange zum Beispiel jagt im Meer nach Muränen und Fischen. Sie ist giftiger als eine Kobra. Bei einem Biss kommt es zu Übelkeit, Erbrechen und Lähmungserscheinungen. Der Tod ist Folge einer Lähmung der Atemmuskulatur. Nur sehr wenige Menschen überleben den Biss einer Seeschlange. Die einzige Chance ist ein spezifisches Antiserum.

 

Der Blauring-Krake: gefährlicher Winzling

Er ist nur etwa 12 Zentimeter groß, aber sein Giftvorrat ist so reichlich, dass er 26 Menschen in kürzester Zeit töten könnte. Eigentlich hat der Blauring-Krake eine unauffällige, blass-braune Hautfarbe. Im erregten Zustand bekommt er aber eine leuchtend türkise Warnfärbung - Vorsicht ist geboten!

Ein Biss kann tödlich enden. Der Speichel der Blauring-Krake enthält verschiedene Gifte. Er ist damit eines der giftigsten Tiere der Welt. Einige der Gifte wirken hemmend auf die Nerven der willkürlichen Muskulatur. Nach kurzer Zeit kommt es zu Atembeschwerden, schließlich zum Atemstillstand.

 

Die Kegelschnecke: tödliches Sammlerobjekt

Schnecken wirken eher harmlos, langsam und schutzlos. Nicht so die Kegelschnecke. Sie verfügt über einen ausgefeilten Giftapparat. Via einer Art Gift-Harpune beschießt die Schnecke aus ihrem Schlund die Opfer. Diese sind blitzschnell gelähmt, können sich nicht wehren und werden verschlungen. Wegen ihrer auffälligen, oft farbenprächtigen Zeichnung sind die Schalen der Kegelschnecken begehrte Souvenirs.

Sollte das "Opfer" einmal ein solcher Souvenirjäger sein, empfiehlt es sich, die Einstichstellen abzudrücken und den betroffenen Körperteil ruhig zu halten. Das reduziert die Gefahr, dass sich das Gift im Körper verbreitet. Einige Souvenirjäger haben ihre Sammelleidenschaft aber bereits mit dem Tode bezahlt.